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"Gera kann kommen"

 Hessische Jugend mit guten Leistungen bei SWD-Meisterschaften

Mit insgesamt sechs Titeln kehrten Hessens Jugendspieler am Sonntag von den SWD-Meisterschaften aus Saarbrücken zurück. Dazu kamen zahlreiche Finalteilnahmen und Podestplatzierungen. Einzig im Mixed blieben die hessischen Spieler ohne Titelgewinn. Kurioserweise wurde in dieser Disziplin in der Altersklasse U17 kein SWD-Meister gekürt. Wie es dazu kommen konnte und wie sich unsere Jugendspieler am Wochenende schlugen, lesen Sie hier.

Mixed: Kein Sieger in der Altersklasse U17


Los ging es am Samstagvormittag mit dem Mixed der Altersklassen U15 bis U19. Mit einem souveränen Sieg zogen Orianne Perdrix und Jonas Hechler vom TV Dieburg ins Halbfinale der Altersklasse U15 ein. Hier erwies sich für die Beiden aber das gesetzte Mixed Kurz/Karmann aus dem Saarland als zu stark.


In der Altersklasse U17 zogen gleich zwei gemischte Doppel mit hessischer Beteiligung ins Halbfinale ein. Anna Dollak (TV Wehen) und Sandro Kulla (Fun-Ball Dortelweil) erkämpften sich das Ticket zur Vorschlussrunde durch einen Dreisatzsieg über Nonn/Jungmann (RHL/SAA). Im Halbfinale blieben die Beiden aber ohne Chance gegen das topgesetzte Mixed Jung/Seidel  (RHP/SAA). Besser machte es Theresa Wurm (SG Anspach) zusammen mit ihrem pfälzischen Partner Daniel Müller. Nach einem souveränen Sieg in der ersten Runde kam es im Halbfinale zum Duell mit der Paarung Müller/Geppert (SAA/THÜ). Lange Zeit sah es nicht gut aus, ehe Theresa und Daniel das Spiel im zweiten Satz drehen konnten und auch den dritten Satz mit gewannen. Mit dem 19:21, 12:17 und 21:17 zogen die Beiden ins Finale ein, das wie alle anderen Finals am nächsten Tag stattfinden sollte. Doch wie es der Zufall wollte verletzten sich sowohl Marvin Seidel als auch Daniel Müller in ihren Einzeln so schwer, dass an ein Antreten im Finale nicht möglich schien.  Das Mixed Endspiel U17 fand somit nicht statt. Auch die erfahrene Turnierleitung um den Jugendwart der Gruppe Mitte, Andreas Kuhaupt (Volkmarsen), hatte so etwas noch nie erlebt. „So etwas ist uns in den vergangenen Jahren noch nie passiert. Wir haben uns lange beraten wie wir reagieren, aber so bitter es ist, wenn keine der beiden Paarungen im Finale antreten wird, kann es den Regeln nach keinen SWD-Meister in dieser Disziplin geben. Es werden also beide Zweite. Bleibt nur zu hoffen, dass Marvin und Daniel bis zur Deutschen Meisterschaft wieder fit werden“, erklärte Andreas Kuhaupt die Entscheidung der Turnierleitung in diesem speziellen Fall.


Die Halbfinals und Finals in der Altersklasse U19 fanden wie geplant statt. Leider jedoch ohne hessische Beteiligung. Das topgesetzte Mixed mit Anika Dörr und Nils Rotter (beide Fun-Ball Dortelweil) unterlag unglücklich im Viertelfinale.

 

Einzel: Einzig in Herreneinzel U19 kein Podestplatz


Nach Beendigung der Halbfinalspiele im Mixed wurde das Turnier am Samstagmittag mit den Einzeldisziplinen fortgesetzt. Vor allem unsere Jüngsten Talente in der Altersklasse U13 wussten zu überzeugen. Ohne Satzverlust errang Giao-Tien Nguyen (TG Höchst) souverän den Titel im Mädcheneinzel. Ihr Halbfinale und Finale gewann sie jeweils mit dem gleichen Ergebnis: 21:13 und 21:10. Nur knapp am Halbfinale scheiterten Carolin Basilowski (TSG Messel) und Kayleen Shi (BV Darmstadt), die ihren Gegnerinnen jeweils ganz knapp in drei Sätzen unterlagen.
Im Jungeneinzel zeigte vor  Huy-Minh Nguyen (Fun-Ball Dortelweil) seine ganze Klasse. Als jahrgangsjüngerer Spieler erreichte er mit einem Sieg über den topgesetzten Favoriten Felix Hammes (RHP), den schon Timo Hechler (TV Dieburg) in der Runde zuvor am Rande einer Niederlage hatte, das Endspiel. Hier unterlag er trotz einer tollen Aufholjagd im zweiten Satz seinem thüringischen Gegner Lukas Horlbeck mit 21:11 und 21:15.

Im Mädcheneinzel U15 erreichte Orianne Perdrix den dritten Platz. Fast hätte es auch noch zu mehr gereicht, denn im Halbfinale gegen Jasmin Greissl (RHP) fehlte nicht viel zum Sieg. Orianne unterlag knapp mit 15:21, 21:12 und 18:21.
Gleich zwei Podestplätze sicherten sich Jonas Hechler und Kim Zeber (TSG Messel) im Jungeneinzel U15. Im direkten Aufeinandertreffen der Beiden im Halbfinale sicherte sich Kim durch einen 21:19 und 21:15-Sieg das Final-Ticket. Hier war er wie bei den beiden SWD-Ranglisten seinem Dauerkonkurrenten Simon Wang (RHP) trotz gutem Start letztlich in zwei Sätzen unterlegen.


Auch im Mädcheneinzel U17 sicherten sich zwei Hessinnen einen Platz auf dem Podest. Und auch hier kam es zu einem direkten Duell im Halbfinale, welches Lara Käpplein (SG Anspach) gegen ihre Doppelpartnerin und Vereinskollegin Theresa Wurm  mit 21:14, 18:21 und 21:14 für sich entscheiden konnte.  Im hochklassigen Finale konnte Lara im ersten Satz eine 20:16-Führung nicht verwerten. Ihre Gegnerin Luise Heim (RHP) sicherte sich mit 23:21 noch den ersten Satz und konnte auch den zweiten Durchgang mit 21:17 gewinnen.
Eine starke Leistung bot Sandro Kulla im Jungeneinzel U17. Mit drei deutlichen Siegen sicherte er sich den Titel des SWD-Meisters. Vor allem im Finale überzeugte er mit einem 21:5 und 21:11-Sieg über den Saarländer Martin Müller.


Den dritten hessischen Einzeltitel sicherte Anika Dörr im Dameneinzel U19. Einzig im Halbfinale ging es etwas knapper zu, ansonsten musste Anikas Gegnerinnen meist ihre Dominanz anerkennen. So auch Vanessa Poyatos im Finale. Beim 21:13 und 21:10 ließ ihr Anika keine Chance.
Das Herreneinzel U19 sollte zusammen mit dem Mixed in derselben Altersklasse der einzige Wettbewerb sein, in dem kein Hesse unter den besten drei zu finden war. Nils Rotter und Sven-Eric Prey (TuS Schwanheim) scheiterten im Viertelfinale. Der Deutsche Meister U19 in dieser Disziplin, Kai Schäfer (Fun-Ball Dortelweil), verzichtete auf einen Start.


Doppel: Dreimal Podest im Jungendoppel U15


Auch im Mädchendoppel U13 stand mit Carolin Basilowski/Justine Bothe (Messel/Dornheim) eine hessische Paarung auf dem Siegerpodest. Erst im Halbfinale unterlagen die Beiden der saarländischen Paarung Drumm/Krein in zwei Sätzen. Somit stand am Ende der dritte Platz zu buche.
Denselben Platz belegten im Jungendoppel Timo Hechler und Minh Nguyen. Nach einem deutlichen Sieg in der ersten Runde konnten Timo und Minh auch im Halbfinale spielerisch überzeugen. Doch ihre Gegner erwiesen sich zweimal nervenstärker und so unterlagen die Beiden knapp mit 22:24 und 19:21.


Im Mädchendoppel U15 kam es im Halbfinale zu einem Aufeinandertreffen zweier „gemischter“ Paarungen, denn jeweils Giao-Tien Nguyen als auch die Schwanheimerin Linda Küppers spielten mit einer thüringischen Partnerin. Dabei wären Giao-Tien und Michelle Antony auch noch in der Altersklasse U13 startberechtigt gewesen. Letztendlich konnte sich die erfahrenere Paarung mit Linda und ihrer Partnerin Margot Reuter knapp in drei Sätzen durchsetzen. Im Finale hatten sie die Favoritinnen Kaiser/Marino im ersten Satz schon am Rande eines Satzverlustes, doch schlussendlich ging das Spiel mit 22:24 und 15:21 verloren.
Überragend war die Vorstellung der Jungendoppel in dieser Altersklasse. Jonas Hechler und Maurice Hensl (TV Hofheim) scheiterten erst im Halbfinale an den topgesetzten Kurz/Winter (SAA). Für eine Überraschung sorgte Sebastian Grieser (TV Bensheim) zusammen mit seinem thüringischen Partner Felix Hempel. Im Viertelfinale gegen die höher eingestufte Paarung Herzer/Voigt (RHP/THÜ) kam es zu einem nach einem gewonnen und einem verlorenen Satz zu einem entscheidenden Durchgang. Dieser fand bei 21 kein Ende und entwickelte sich zu einem echten Krimi mit spektakulären Ballwechseln, die die Aufmerksamkeit der ganzen Halle auf sich lenkten. Mit 28:26 behielten Sebastian und sein Partner die Oberhand und zogen ins Halbfinale ein. Dort trafen die Beiden auf eine Paarung mit einem weiteren Hessen. Kim Zeber und der Saarländer Jakob Gebel konnten sich dabei  souverän durchsetzen. Auch das folgende Finale gegen Kurz/Winter konnten Kim und Jakob gewinnen und sich somit den Siegerpokal sichern.

Auch im Mädchendoppel U17 konnten die hessischen Paarungen dominieren. Dreimal standen Doppel mit hessischer Beteiligung auf dem Podest. Überraschen konnten dabei Alisia Dawa (TV Dieburg) und Sarah Müller (BC Ginsheim-Mainspitz) das Halbfinale erreichen. Dort unterlagen sie dem zweiten hessischen Doppel Theresa Wurm und Lara Käpplein (beide SG Anspach) deutlich in zwei Sätzen. Im Finale trafen Theresa und Lara dann auf die dritte Paarung mit hessischer Beteiligung, denn auch Anna Dollak (TV Wehen)  und Anna Jungmann (SAA) hatten durch zwei Siege das Endspiel erreicht. Dieses entwickelte sich sehr eindeutig zugunsten der beiden Anspacher-Vereinskameradinnen. 21:12 und 21:11 lautete das Endergebnis für Lara und Theresa.
Sandro Kulla deutete auch im Jungendoppel U17 sein Potential an. Mit seinem Partner Michael Nonn (RHL)erreichte er durch zwei Siege das Finale, indem die Beiden vor allem den zweiten Satz enger gestalten konnten. Am Ende gab es gegen die topgesetzten Müller/Winter (SAA) aber nichts zu holen.

Im Damendoppel der „Alten“ U19er durfte sich Anika Dörr über einen zweiten Platz freuen. Zusammen mit der U17-Einzelgewinnerin Luise Heim (Neustadt) hatte sie keine Chance im Finale gegen Burger/Charoloy (SAA).
Bleibt abschließend das Herrendoppel U19. Nils Rotter und Kai Schäfer konnten ihre Favoritenstellung bestätigen und ohne Satzverlust sich den Titel im letzten Spiel der  diesjährigen Meisterschaften sichern. Ein gelungener Abschluss eines erfolgreichen Wochenendes für Hessens Jugend.

Dieser Meinung war auch HBV-Landestrainer Bernd Brückmann nach Abschluss aller Spiele: „Wir sind zwar erstmals seit vielen Jahren knapp nicht der statistisch erfolgreichste Landesverband, aber gemessen an den Ergebnissen der SWD-Ranglisten und da einige unserer besten Spieler nicht am Start waren, haben wir uns deutlich gesteigert. Jetzt gilt es für alle Qualifizierten für die Deutschen Meisterschaften nochmal eine Schippe im Training draufzulegen.“


Am 10. Februar beginnen in Gera die Deutschen Meisterschaften der Jugend. Dieses Wochenende findet ein Vorbereitungslehrgang unter Leitung von Bernd Brückmann statt. Zusammen mit den Erwachsenen, die sich für die Meisterschaften O19 qualifizieren konnten, wird noch einmal intensiv trainiert. Gera kann also kommen!