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"Besonders hat mich unser HBV-Teamesprit beeindruckt"

  • Tatjana Geibig-Krax

2017 DJM Eroeffnung
Eine Woche nach den Deutschen Jugendmeisterschaften in Dortelweil befragten wir Bernd Pfeifer, Präsident des Hessischen Badmintonverbandes, zu seinen Eindrücken vom Event und zu seinen Visionen für den Badmintonsport in Hessen.

Die Jugend-DM ist seit ein paar Tagen vorüber. Was hat Ihnen im Rückblick am besten gefallen?

Die tolle Atmosphäre in der Halle, Spielfeldmatten für alle Felder, die Organisation und Pfiffigkeit des Ausrichters u.a. das eigene Zählsystem („BADIN“), das sehr faire Publikum, das die Leistungen der Jugend- und Schülerspieler reell beurteilt hat.

Welche Bedeutung hat die Ausrichtung dieses Events für den HBV?

Eine sehr hohe Bedeutung. Das Event hat gezeigt, dass nicht nur die ganz großen Landesverbände ein solches Turnier stemmen und für gute Rahmenbedingungen sorgen können.

Ein solch großes Turnier konnte nur durch das Zusammenspiel eines professionellen Vereins mit dem HBV auf die Beine gestellt werden. Gibt es Menschen, denen Sie besonders danken möchten?

Als erstes danke ich dem ausrichtenden Verein, hier stellvertretend Klaus Rotter. Darüber hinaus den vielen „stillen“ Helferinnen und Helfern, ohne die eine zielbringende Organisation nicht möglich wäre. Weiterhin will ich auch unsere Verbandsmitglieder nicht unerwähnt lassen: unsere Schiedsrichter, die mit ihrem Wirken für das notwendige Flair einer Deutschen Meisterschaft gesorgt haben und unsere Turnierleitung, die sehr souverän durch das Turnier geführt hat. Natürlich hat unser Trainerteam hervorragende Arbeit in den drei Tagen geleistet und unsere Spieler optimal auf die Matches eingestellt, abschließend ein großer Dank an unsere Athleten des Team Hessens, ohne deren Aktivitäten wir über ein solches Resümee nicht sprechen könnten.

Es war ein tolles Turnier. Gibt es dennoch Dinge oder Personen, die Sie während des Events vermisst haben?

Leider konnte keiner der geladenen Ehrengäste – es waren immerhin 8 – teilnehmen. Es hätte mich sehr gefreut, wenn der eine oder andere Ehrengast unsere Bemühungen rund um den Badmintonsport live miterlebt hätte.

Ein Blick auf die sportlichen Highlights. Eine überragende Yvonne Li, fünf hessische Medaillen. Was hat Sie aus sportlicher Sicht besonders beeindruckt und gefreut?

Eigentlich alles: ich fand den Auftritt der Nachwuchsspielerin Yvonne Li genauso spannend wie das Abschneiden unserer HBV-Nachwuchstalente: im Besonderen Lars Rügheimer, Mareike Bittner, Caroline Huang, Isabel Scheele, Julia Bothe und insgesamt der Auftritt des Teams Hessen. Besonders hat mich während der ganzen Veranstaltung unser HBV-Teamesprit beeindruckt: wie die einzelnen sich untereinander und in Verbindung mit dem Trainerteam immer wieder motiviert und vorangetrieben haben – das war schon toll.

Das Team Hessen ging erstmals mit Maskottchen Ole an den Start. Wie wichtig finden Sie Team-Spirit oder ist Badminton nicht doch in erster Linie eine Individualsportart?

Ich setze, trotz aller individuellen Umsetzungen auf dem Spielfeld, sehr viel auf den besagten Teamgeist. Gerade junge Sportler müssen lernen, das Teamwork in vielen Bereichen (auch in der Schule oder später im Berufsleben) weiterhelfen. Die DM zeigte sehr deutlich, wie unsere Athleten auf dem Spielfeld von außen beeinflusst und von der Stimmung mitgerissen wurden. Daher hat Maskottchen Ole genau zu dieser Einstellung beigetragen. Sehr rührend war mein Empfinden nach der Veranstaltung, als über Ole‘s Betreuung (wer darf auf Ole aufpassen) diskutiert wurde.

Es fällt auf, dass die meisten der hessischen DM-Teilnehmer für den SV Fun-Ball Dortelweil oder für den TV Hofheim spielen. Ist eine Konzentration der starken Spieler in wenigen Vereinen notwendig oder würden Sie eine größere Breite begrüßen?

Diese Frage kann ich nicht eindeutig beantworten: sicherlich sorgt eine Konzentration von Spielern für die notwendige Konkurrenz im Vereinstraining, aber mit dem HBV-Konzept, Landesstützpunkt sowie auf die Bezirke verteilte Talentstützpunkte und darüber hinaus Einbindung der E-Kader, werden aus meiner Sicht die notwendigen Rahmenbedingungen für den Leistungssport gebündelt. Gerade das Zusammenspiel zwischen Stützpunkt und Heimverein sind die Basis für die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Athleten.
Weiterhin darf man nicht vergessen, dass neben Dortelweil und Hofheim, auch in Maintal, Schwanheim, Anspach, Vellmar, Unterliederbach und Dieburg-Großzimmern (um stellvertretend einige Vereine zu nennen), ebenfalls eine sehr gute Nachwuchsarbeit betrieben wird. Deshalb sind wir meines Erachtens ganz gut auch in der Breite aufgestellt.

In punkto Jugendturniere stehen in den nächsten Jahren einige Veränderungen an. Was möchten Sie an dieser Stelle schon verraten?

Momentan sind diesbezüglich noch zu viele Fragen offen und es besteht noch Klärungsbedarf, daher kann ich derzeit keine verbindliche Aussage treffen. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die gängigen Informationsplattformen.
Unabhängig vom Jugendwettkampfsystem gibt es eine Anpassung im Rahmenterminplan: der Jugendbereich wird mit allen Turnieren an den internationalen Standard angepasst, d.h. die Events werden künftig in einem Kalenderjahr abgewickelt, die bisherige saisonale Überschneidung September bis März wird also abgeschafft. Daher werden im Übergangsjahr 2018 mehrere Turniere doppelt angesetzt: z.B. zwei Deutsche Meisterschaften (eine im Februar und die zweite im Dezember). Ab 2019 werden dann die Jugend-Turniere in gewohnter Form, aber in einem Kalenderjahr, abgewickelt.

Fünf Medaillen für die hessischen U15er, 10 hessische Teilnehmer bei der DM U13, sechs hessische Teilnehmer beim German U11 Masters. Sehen Sie den HBV auf dem richtigen Weg und werden wir nach Johanna Golizewski wieder einen Olympiateilnehmer haben, der aus Hessen stammt?

Ich sehe den HBV auf dem richtigen Weg: wir haben mit unserem Trainerteam, an der Spitze der Landestrainer Franklin Wahab, HBV-Trainerin Nicol Bittner, HBV-Trainer Stephan Sochor und Lehrertrainer Arnd Vetters die Rahmenbedingungen für den Leistungssport erheblich verbessert. Im Hintergrund unterstützen in formalen Fragen unser VP Leistungssport Andreas Kuhaupt und Sportdirektor Bernd Brückmann das Trainerteam und betreuen auch die Schnittstelle zu den externen Gremien wie Landessportbund oder Dachverband.

Was ist Ihre Vision für den HBV oder wo wird der HBV in fünf Jahren stehen?

Meine Vision ist, neben dem für viele im Vordergrund stehenden Leistungssport mit seinen Leistungsträgern, auch den Badmintonsport in der Breite weiter voranzutreiben. Sicherlich wäre es sehr schön für unsere Sportart, wenn aus unserer Mitte wieder eine hessische oder ein hessischer Sportler/in den Sprung nach Olympia schaffen würde.
Wie sagte der griechische Philosoph Aristoteles: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen“.
Daher sehe ich voller Optimismus einen finanziell gesunden Verband, eine fundierte und solide Förderung des Leistungssports, regelmäßige Teilnahmen an höherrangigen Turnieren sowie eine deutlich steigende Zahl von Mannschaften am Ligabetrieb.

Wir danken für das Gespräch!

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