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Simon Krax feiert überraschendes DM-Gold

  • Tatjana Geibig-Krax

img 3 1770054717796Foto: Sven HeiseAm Sonntagnachmittag feierte Simon Krax (SV Fun-Ball Dortelweil) mit dem deutschen Meistertitel in O19 in Cloppenburg seinen bislang größten und auch überraschendsten Erfolg. Gemeinsam mit Jonathan Dresp (BW Wittorf) bezwang er im Finale das erfahrene Duo Marvin Seidel/Michael Fuchs (beide BC Bischmisheim) in zwei Sätzen und gewann die Goldmedaille. „Es fühlt sich unglaublich an, dass wir gewonnen haben. Wir haben beide nicht damit gerechnet. Es ist ein tolles Gefühl, dass wir zeigen konnten, was wir draufhaben“, bekannte Simon im anschließenden Interview. Der 20jährige, der bis zum Abitur am Frankfurter Nachwuchsstützpunkt trainiert hatte, feierte zudem die Vizemeisterschaft im Mixed zusammen mit Amelie Lehmann (TSV Trittau).

Es war der krönende Abschluss eines nahezu perfekten Turniers. Im Vorfeld hatten sich Simon und Jonathan noch ein bisschen über ihre Doppelauslosung geärgert. Nur an 5/8 gesetzt ging die junge Paarung, die seit dem vergangenen April zusammenspielt, ins Turnier. Dem entsprechend warteten nach zwei souveränen Siegen bereits im Viertelfinale die Topgesetzten Bjarne Geiss/Jones Jansen (Wittorf/BC Wipperfeld) auf das Duo. Nach verlorenem erstem Satz kamen Simon und Jonathan immer besser ins Match und drehten die Partie, an deren Ende der Einzug ins Halbfinale und ein neuer Spitzname – Air Krax - stand. Dort spielten sie gegen die an 3/4  gesetzten Aaron Sonnenschein/Marvin Datko (Wipperfeld/BC Bischmisheim). In zwei Durchgängen setzten sich die beiden Youngster erneut durch und zogen damit ins Finale am Sonntag ein. Hier trafen sie mit dem ehemaligen Olympioniken Michael Fuchs und Top-Spieler Marvin Seidel auf eine starke und erfahrene Paarung. Doch Simon und Jonathan konnten den mit Coach Franklin Wahab ausgeheckten Matchplan mit nur einer kleinen Schwächephase im zweiten Satz durchziehen und gewannen letztlich deutlich mit 21:13, 21:16, was für die größte Überraschung des Turniers sorgte.

„Dass mit Simon ein deutscher Meister aus unseren Reihen kommt, der seine komplette sportliche Jugend – angefangen vom NTH U10 – hier am Stützpunkt Frankfurt durchlaufen hat, ist etwas ganz Besonderes und macht uns sehr stolz. Simons Erfolg zeigt uns und den aktuellen jungen Spielern, was möglich ist, wenn man über viele Jahre gemeinsam investiert, dranbleibt und an den Weg glaubt“, freute sich der hessische Landestrainer Franklin Wahab. Auch Simons aktuelle Trainerin am Bundestützpunkt in Mülheim, Johanna Käpplein – ebenfalls am Frankfurter Stützpunkt groß geworden – war stolz auf ihre „young guns“, deren Weg aus ihrer Sicht gerade erst begonnen hat.

Seine starke Form unterstrich Simon auch im Mixed. An3/4  gesetzt, spielte er sich mit Amelie Lehmann ebenfalls ins Finale. Herausragend waren dabei die Partie gegen ihre jeweiligen Doppelpartner Dresp/Hübsch im Viertelfinale sowie das Match gegen die an Position zwei gesetzten Leona Michalski/Malik Bourakkadi (TV Refrath) in der Vorschlussrunde. Im Endspiel konnten sie der Nummer 29 der Welt, Marvin Seidel/Thuc Nguyen (Bischmisheim/Wipperfeld) nur im ersten Satz Paroli bieten. Simon und Amelie waren dennoch glücklich über die Silbermedaille.

Noch drei weitere Goldmedaillen gingen an SpielerInnen des SV Fun-Ball Dortelweil. Nachdem Yvonne Li vergangenes Jahr verletzungsbedingt passen musste, gelang ihr in Cloppenburg ein souveräner Titelgewinn im Dameneinzel. „Ich bin sehr froh, dass ich mir den Titel zurückholen konnte“, freute sich die Dortelweilerin. Eine zweite Goldmedaille gewann Yvonne im Damendoppel an der Seite von Isabel Lohau (Bischmisheim). Hier war Li kurzfristig eingesprungen, da Lohaus Partnerin verletzungsbedingt absagen musste. Matthias Kicklitz holte sich den Titel im Herreneinzel ebenfalls in souveräner Manier. Der Einzelspezialist gab im Turnierverlauf keinen Satz ab und krönte sich damit zum besten deutschen Spieler.

Mareike Bittner (TV Hofheim) gelang der zweifache Einzug ins Viertelfinale. Im Einzel feierte sie zwei souveräne Siege, bevor sie sich gegen die spätere Siegerin Yvonne Li geschlagen geben musste, im Mixed gelang ihr zusammen mit Christian Dumler (Dortelweil) der Sprung unter die Top Acht. Ein packendes Achtelfinale lieferten sich die beiden Hessen mit den Mülheimern Xenia Kölmel/Alexander Roovers, gegen die sie zuletzt schon mehrfach verloren hatten. Diesmal behielten Mareike und Christian hauchdünn mit 23:21 im dritten Durchgang die Oberhand. Im Viertelfinale war auch hier gegen das topgesetzte Duo Endstation. Ähnlich spannend machte es Louisa Marburger (Hofheim) mit Nina Becker (BC Beuel) im Damendoppel gegen die Jugendnationalspielerinnen Juna Bartsch/Marie Fein aus NRW. Auch hier ging der dritte Durchgang des Achtelfinals in die Verlängerung - auch hier das bessere Ende für die Hofheimerin. Das Duo unterlag später im Viertelfinale den späteren deutschen Meisterinnen. Danial Marzuan (Dortelweil) erreichte mit David Eckerlin (Wipperfeld) ebenfalls die Top acht im Herrendoppel und musste sich dort den Finalisten Fuchs/Seidel geschlagen geben.